Der chinesische Garten im Botanischen Garten in Bochum


Einen wunderschönen chinesischen Garten kann man im botanischen Garten in Bochum finden. Er wurde 1990 von der Universität Shanghai zum 25jährigen Jubiläum der Ruhr Universität Bochum als Geschenk errichtet. Dieses kleine Gartenparadies entführt uns in eine andere Welt so wie es in der Geschichte passiert die als Thema für diesen Garten dient.



Es handelt sich um die Geschichte vom Pfirsichblütenquell. Dabei geht es um einen Fischer der mit seinem Boot einen Fluss entlangfährt bis er zur Quelle gelangt wo sich ein Pfirsichhain befindet. Er entdeckt eine Felsspalte und geht durch sie hindurch. Auf der anderen Seite findet er ein Paradies vor, das von einem friedvollen Volk bewohnt wird. Dieses Volk hat sich vor langer Zeit hier zurückgezogen, um in Frieden leben zu können. Man bittet ihn das Geheimnis dieses Ortes nicht Preis zu geben, dennoch erzählt der Fischer bei seiner Rückkehr von seinem Abenteuer. Trotz aller Bemühungen diesen Ort wiederzufinden, bleibt das Land des Pfirsichblütenquells unauffindbar. 

Foto: T. Seubert
Foto: T. Seubert

Dieser Garten steht in der Tradition des "Gelehrtengartens" der eine Jahrtausende alte Tradition besitzt. Die Geschichte wird auf einem kleinen Areal von 1.000 Quadratmetern erzählt, das ganz typisch für chinesische Gärten von einer Mauer umgeben ist. Auf engstem Raum wandelt man erst durch eine Vorhalle, dann an einem Felsen entlang zu einer Höhle die uns ins Paradies mit einer Fischerhütte führt, um dann weiter zu mehreren verschachtelten Gartenpavillons zu gelangen. In der Mitte nimmt ein großer Teich die hälfte des Gartens ein. Die Wegführung ist so meisterlich gestaltet, dass man  vergisst wie klein der Garten eigentlich ist. Hier wird jeder Kunstgriff benutzt, um die Grenzen optisch verschwinden zu lassen, die Wege schlängeln sich so durch den Garten, dass man von jedem Punkt aus eine andere Perspektive hat, dadurch wirkt der Garten viel weitläufiger.  

Foto: T. Seubert
Foto: T. Seubert

Jede Biegung und jede Abzweigung eröffnet neue Szenarien. Der gesamte Garten rotiert um den großen Teich. Er ist das Zentrum um das sich alles dreht. In seiner Oberfläche spiegelt sich der gesamte Garten und so verschwimmen die Grenzen der Realität. Lichtreflexe und der Schatten der umsäumenden Gebäude stehen für das Yin und Yang. Auch die Mauer die den Garten umgibt ist eine Grenze die verschwimmt, weil die Landschaft die sich dahinter erstreckt optisch in den Garten mit einbezogen wird. Die Architektur ist nicht als Wohnhaus gedacht, sondern bietet ideale Orte, um zu meditieren und den Garten wie durch ein Filter zu betrachten.

Sie ist der Rahmen der das Bild erst richtig zur Geltung bringt. Die Natur die so aussehen soll, als ob sie seit Jahrhunderten natürlich so gewachsen ist, spiegelt in Wirklichkeit einen menschlichen Gedanken wider.  Nichts ist dem Zufall überlassen, überall stehen Yin und Yang sich gegenüber und sind in einem dynamischen Gleichgewicht arrangiert. Die Pflanzen wie Pfingstrosen und Ahorne charakterisieren die Jahreszeiten und zeigen den Wandel der Zeit an. 


Wandlungen sind Kern der chinesischen Philosophie. Alles ist stets in Bewegung, nichts ist statisch, denn nur so kann man ein dynamisches Gleichgewicht erschaffen, das Entwicklung entstehen lässt. 

Dieser Garten entführt uns nicht nur in eine Reise durch die Geschichte des Pfirsichblütenquell, sondern auch durch den Wandel der Jahreszeiten und nicht zuletzt auf eine Reise zu uns selbst. Denn hier kann man in einer kraftvollen Natur meditieren und die Schönheit des Gartens genießen.

Ein Besuch ist an Werktagen empfehlenswert, da der Garten an Wochenenden auch für Brautpaare für ihre Hochzeitsbilder ein beliebtes Ziel ist. 

Wie komme ich hin?


Chinesischer Garten

Botanischer Garten Bochum

Universitätsstrasse 150

44780 Bochum

 

Öffnungszeiten:

Sommerhalbjahr (Mitteleuropäische Sommerzeit) 9.00-18.00 Uhr 

Winterhalbjahr (Mitteleuropäische Winterzeit (Normalzeit))     9.00-16.00 Uhr



Ich freue mich auf Feedback und persönliche Erlebnisse!

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