Was ist die Kompass-Schule?


Die Kompass-Schule befasst sich mit den Feng Shui-Methoden, die mit Hilfe eines Lo Pans, dem chinesischen Kompass, die Energie des Ortes analysieren. Dafür braucht man als Werkzeug ein ausgeklügeltes System das ich hier in grundlegenden Zügen erklären möchte.

 

Die verschiedenen, nebeneinander angewendeten Methoden der Kompass-Schule analysieren eine Immobilie über die Energien der Himmelsrichtungen und des Magnetismus vor Ort. Anhand einer Reihe von Kompassmessungen an verschiedenen Stellen der Wohnung, des Hauses und des Grundstücks, werden unter Anwendung mehrerer Methoden, die sich u.a. aus den Kriterien des sog. "Frühen-" und "Späten Himmels" ableiten, die Energiequalitäten des Grundstücks, des Hauses und seiner Räume bestimmt.

Wichtige Messungen betreffen den Chi-Eintritt auf das Grundstück, die Ausrichtung des Hauses, sowie die Positionen von Haustür und Nebentüren. Mit einem Plan des Hauses, der die Anordnung der Räume dokumentiert, lässt sich dann für jeden Raum die vorherrschende Energiesituation errechnen, die wiederum die Ausgangsbasis für die Empfehlungen sind, wozu sich der Raum eignet, wer ihn nutzen sollte oder wie Betten, Schreibtischen etc. auszurichten sind.

Die dabei verwendeten Begriffe erläutere ich Ihnen im folgenden Text.

Lo Pan – Der Kompass

Lo Pan, der chinesische Kompass

Der Kompass gibt dieser Richtung des Feng-Shui nicht nur ihren Namen, sondern ist auch das wichtigste Handwerkszeug des Feng Shui Beraters. Sie sehen einen kleinen Ausschnitt eines im Imperial Feng-Shui verwendeten Lo-Pan in dem obigen Bild. Er liefert eine Vielzahl von Informationen,  darunter auch die im Folgenden beschriebenen Trigramme und Hexagramme, mit denen das Chi beschrieben wird. Es ist unbedingt erforderlich, mit dem Kompass die Messungen ohne Störungen durch Gerüste, Gewitter oder Erkrankung vor Ort durchzuführen, da das Magnetfeld durch vielfältige Einflüssen heterogen auftritt. Ein Blick in Google Maps oder dem Katasterplan wäre also zu ungenau, da man das Chi des Ortes einfangen möchte.

Die Trigramme

Wie das Wort schon sagt, besteht ein Trigramm aus drei übereinander liegenden Linien. 

Eine durchgezogene Linie steht für das männliche Prinzip, das Yang, die unterbrochene für Yin, das weibliche Pendant. Warum sind es gerade drei Linien? Die erste Linie steht für das Chi der Erde, die zweite für das Chi des Menschen und die dritte für das himmlische Chi. Das sind die drei Kräfte um die sich im Feng Shui alles dreht. Jeder Ort hat seine spezifische Energie, so wie jeder Mensch mit einer individuellen Energie geboren wird. Das himmlische Chi ist die Energie der Zeit, der die anderen zwei Energieformen unterworfen sind. Dieses Chi ist gegeben und nicht vom Menschen veränderbar, dieser vermittelt zwischen den beiden anderen Formen.

Die unten abgebildete Grafik zeigt, wie sich aus der dreifachen Kombination von Yin und Yang die acht möglichen Trigramme ableiten.

Die Entstehung der Trigramme aus Yin und Yang
© Monika Seebacher

Diese 8 Trigramme bilden eine Familie. Jedes Trigramm ist Träger von verschiedenen Informationen, wie Element, Himmelsrichtung, Jahreszeit, Aspekte des Lebens und noch einiges mehr. 

Im Imperial Feng-Shui werden oftmals zwei Trigramme zusammen genutzt, die übereinander geschrieben werden.  Aus den möglichen Kombinationen der 8 Trigramme ergeben sich so 64 Hexagramme. Das Imperial Feng-Shui nutzt diese Hexagramme zu einer sehr fein unterteilten Beschreibung des betrachteten Chi. 

Ho Tu – der "Frühe Himmel"

Um den Ursprung des "Frühen Himmels" ranken sich verschiedene Legenden. Eine dieser Legenden berichtet von einem Drachenpferd, das vor 6.000 Jahren aus einem Fluss steigt und eine Zeichnung auf dem Körper trägt. Es ist die Zeichnung einer Zahlenabfolge, mit der zum ersten Mal den Zahlen von 1 bis 9 eine Yin oder Yang-Qualität, eine Himmelsrichtung und ein Element zugeschrieben wird. Hier stehen sich in Kreuzform Feuer und Wasser bzw. Metall und Holz gegenüber. Die Mitte bildet die Erde. Die Legende führt weiter aus, dass der Kaiser Fu Xi die frühhimmlischen Zahlen der Grafik auf dem Pferd in Trigramme übersetzt und so die Grafik vom "Frühen Himmel" geschaffen haben soll.

In dieser Abfolge, die in ein Quadrat mit 9 Feldern, genannt "Paläste", übertragen wird, werden die 8 Trigramme den Himmelsrichtungen zugeordnet. In der Zeichnung unten kann man sehen, dass z.B. der Vater (Himmel) mit den drei Yang-Linien im Feld dem Süden zugeordnet wird. Der Süden ist das größte Yang ebenso wie das Trigramm des Vaters. Die Mutter (Erde) ist das Yin-Prinzip und steht im Norden mit dem tiefsten Yin.

Man darf sich nicht davon irritieren lassen, dass in diesem Quadrat oder auch Chart genannt, der Süden oben und der Norden unten steht. Traditionell wird im Feng Shui die Darstellung über Kopf verwendet, der magnetische Nordpol ist dabei unverändert, man muss sich nur an eine andere Darstellungsweise gewöhnen.

Ho Tu - der Frühe Himmel
© Monika Seebacher

Was ist das Besondere an dieser Abfolge der Trigramme? Im "Frühen Himmel" sind die Kräfteverhältnisse ausgewogen. Himmel und Erde stehen sich in einem polaren Gegensatz gegenüber, genauso alle anderen Familienmitglieder. Die zweite Tochter im Osten steht für Feuer, währen gegenüber der 2. Sohn für das Element Wasser steht, auch hier heben sich zwei Gegensätze auf. Diese Darstellung ist eine statische Welt ohne Bewegung, sie bildet Kräfte ab, die noch nicht miteinander interagieren. Alles ist in einem perfekten Gleichgewicht aus dem sich nichts entwickeln kann. Es ist eine Welt, die vorgeburtlich ist. Sie steht noch vor dem Schöpfungsakt. 

Das Chart des "Frühen Himmels" wird im klassischen Feng Shui bei Methoden für die Außengestaltung verwendet.

Lo Shu – der "Späte Himmel"

Selbstverständlich gibt es auch zu dessen Entstehung eine Legende: Der selbe Kaiser Fu Xi soll vor über 4.000 Jahren eine Schildkröte mit einer Zeichnung auf dem Rücken am Fluss Lo gesehen haben. Diese Zeichnung stellt die Zahlenabfolge (lo Shu Zahlen) des "Späten Himmels" dar. In diesem System befinden wir uns in einem Zyklus, der eine nie endende Bewegung generiert. Die Kräfte wirken mit- und gegeneinander. Es gibt jetzt Entwicklung. 

Lo Shu - der späte Himmel
© Monika Seebacher

Jedes Trigramm samt seiner Eigenschaften übernimmt eine "Lo Shu-Zahl" und ordnet sich so an, dass einerseits ein Elemente-Zyklus und andererseits auch ein Zyklus der Jahreszeiten entsteht. Von nun an, ist ein Trigramm immer mit einer Zahl verbunden. Die 5 im Zentrum besitzt kein Trigramm, sie steht für die Erde und dem Mittelpunkt des Systems. Das ist die Welt in der wir leben. Hier gibt es Geburt, Leben und Tod in einem wiederkehrenden Rhythmus. Diese Welt ist einer innewohnenden Entropie unterworfen.

Interessant ist das Chart auch durch die Anordnung der Zahlen. Addiert man die Zahlen in jede Richtung erhält man als Summe immer 15. Aus diesem Grunde wird diese Zahlenabfolge oft auch als magisches Quadrat bezeichnet.

Lo Shu - der späte Himmel
© Monika Seebacher

Dieses Chart ist im klassischen Feng Shui das Hauptwerkzeug für viele Methoden für den Innenbereich. Aber Achtung: Man erhält keine Informationen über Energien in einem Raum, indem man das Chart des Späten Himmels über einen Grundriss legt. Es ist lediglich der Startpunkt für diverse Berechnungen. Das 3-Türen-Bagua, das man häufig in der Literatur findet,  gibt es im klassischen Feng Shui nicht. Es ist nämlich eine sehr vereinfachte Art, die Energien des "Späten Himmels" zu umschreiben, und analysiert nicht die Energie vor Ort. 

Methoden der Beratung

Für die Anwendung der Kompass-Schule ist eine Berufsausbildung als Feng Shui Berater nötig, denn man muss in der Lage sein, einen Lo Pan zu bedienen. Die Messungen bilden den Input für die wichtigsten Imperial-Feng-Shui-Berechnungsmethoden, die ich während meinen Beratungen anwende:

Yuen Hom Flying Stars

Ba Chop - The Nine Jiu Stars

Double Mountains

24 Heavenly Stars

Nine Curses

Sam Hap Flying Stars

72 Dragons – 120 Fin Kam

Lap Yang Elements

Chi Calculation

Kinship Lines

Missing Numbers

Room by Room Calculation – Sang Set

Bazi