10 Mythen über Feng Shui



Es gibt viele Bücher über Feng Shui. Wie in jeder Modeerscheinung wird vieles mit dem Etikett Feng Shui versehen, was mit der klassischen Lehre nichts zu tun hat. Ich werde einen Blick auf 10 populäre Mythen über Feng Shui werfen. Wie sieht es mit deren Wahrheitsgehalt aus?


Mythos 1: Feng Shui ist esoterisch

Die Wahrheit: Nein! Feng Shui ist keine, nur über spirituelle oder mystische Erfahrungen zugängliche Geheimlehre, sondern eine Erfahrungswissenschaft mit über 3.000 jähriger Tradition der Naturbeobachtungen. Prinzipiell kann sich jeder an den einschlägigen Instituten die Techniken des Feng-Shui aneignen.

Mythos 2: Das 3-Türen-Bagua

Die Wahrheit: Im klassischen Feng Shui gibt es kein 3-Türen-Bagua mit den Lebensbereichen (Gesundheit, Reichtum, Karriere, Wissen usw.). Diese Methode wurde in Amerika von einem findigen Meister erfunden und sollte es ermöglichen, Feng Shui ohne Ausbildung anzuwenden. Die Basis bildet das Bagua das die Eigenschaften der Energien für jede Himmelsrichtung in stark vereinfachter Form als Lebensbereiche wiedergibt. Da in Amerika die meisten Häuser eine Nord/Süd-Ausrichtung haben, entstand die Methode, das Bagua einfach auf den Grundriss zu legen, ohne die reale Ausrichtung des Hauses zu betrachten. Das System blendet die Energie des Ortes vollkommen aus, weshalb die Aussagen über die Energien in einem Raum vollkommen willkürlich ausfallen. Es ist eine Vereinfachung, die letztlich die Grundlagen der Feng-Shui-Lehre aushöhlt. Aus diesem Grunde nennt man diese Art New-Age-Feng Shui. Der Größte Teil der erhältlichen Literatur über Feng Shui bedient sich dieser einfachen Sichtweise.

Mythos 3: Spiegel lassen Fehlbereiche verschwinden

Die Wahrheit: Oft liest man, dass Fehlbereiche in unregelmäßigen Grundrissen durch einen Spiegel an der Wand (die den Fehlbereich entstehen lässt), der fehlende Raum mit einbezogen wird. Das ist falsch, denn ein Spiegel vergrößert den Raum nur für unser Auge. Aber die Wand ist und bleibt eine Wand und ein reales Hindernis, das nicht durch eine optische Täuschung eliminiert werden kann. Spiegel verwirbeln dagegen Energie, sie sollten deshalb nicht dort aufgehängt werden, wo man Ruhe braucht oder wohin das Chi gelenkt werden soll.

Mythos 4: Ein Wasserbrunnen verbessert das Raumklima

Die Wahrheit: Das Thema Wasser in einer Wohnung ist schwierig. Wasser zieht negative Energien an und eignet sich aus diesem Grunde gut, um fehlgeleitetes Chi (sog. Sat-Chi) durch eine Wasserplatzierung zu neutralisieren. Dazu ist aber eine Kompassvermessung der Wohnung erforderlich, um sehr präzise die geeigneten Stellen ausfindig zu machen. Zu rein dekorativen Zwecken sollte Wasser als starkes Yang-Element in einer Wohnung eigentlich daher nicht eingesetzt werden.

Mythos 5: Bilder mit Abbildungen von Elementen verbessern das Raumklima

Die Wahrheit: Nein. Eine Abbildung eines Wasserfalls, bringt keine Wasserenergie in einen Raum. Der Mensch setzt zwar gedanklich das Bild des Wassers mit realem Wasser in Verbindung, aber für die Energien ist nicht das Bild sondern seine Formen, Materialien und Farben relevant. Als Beispiel: Ein Bild mit einem rechteckigen Bilderrahmen und einer in diversen Blautönen gehaltenen Wasserfläche bringt folgende Energien in den Raum: Aufgrund der Form das Element Erde und je nach Blautönen die Elemente Holz oder Feuer, aber trotz des Motivs keinerlei Wasser.

Mythos 6: Die Farbe Rot in Schlafzimmern fördert das Liebesleben

Die Wahrheit: Rot ist in einem Schlafzimmer eine Tabufarbe. Warum? Sie ist das Element Feuer und sehr yang. Dadurch wird die Energie im Raum sehr unruhig und schürt auch Konflikte. Um die Zweisamkeit zu fördern, sind eher ruhige Töne im Schlafzimmer angebracht.

Mythos 7: Alle Blautöne gehören dem Element Wasser an

Die Wahrheit: Das Element Wasser wird durch Schwarz und ein tiefes Dunkelblau charakterisiert. Alle anderen Blautöne gehören entweder dem Element Holz oder Feuer an. Das Blau einer Gasflamme oder des klaren Sommerhimmels ist Feuer, während alle anderen Blautöne dem Element Holz zuzuordnen sind.

Mythos 8: Feng Shui kommt aus China, „funktioniert“ daher bei uns nicht

Die Wahrheit: Feng Shui ist zwar in einem anderen Kulturkreis entstanden, behandelt aber universelle Themen, die auf der ganzen Welt beheimatet sind. Es ist daher kein Zufall, dass bereits lange bevor Feng-Shui im Westen populär wurde viele heute noch imposante Gebäude wie der Petersdom oder Versailles vielen Kriterien des Feng Shui entsprechen.

Mythos 9: Echtes Feng Shui kann man nur in China erlernen

Die Wahrheit: Nein. Feng Shui war seit seiner Entstehung eine elitäre Technik mit dem Kaiserhof als Zentrum. Sie wurde von Meister zu Meister und an ihre Schüler weitergegeben. Durch die Kulturrevolution wurden Feng Shui als Teil des alten Establishment geächtet und seine Meister verfolgt. Einigen der Meister gelang die Flucht ins Ausland, bevorzugt über Hongkong nach Nordamerika. So wurde die Tradition in China gekappt, während das Wissen im Westen von den chinesischen Meistern in neu gegründeten Schulen für klassisches und Imperial Feng Shui verbreitet wurde.

Mythos 10: Man muss an Feng Shui glauben, damit es wirkt

Die Wahrheit: Nein. Feng Shui ist keine Glaubensfrage, kein Mensch kann sich den Wechselwirkungen mit seiner Umgebung entziehen.


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